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Geschichte der Verpflegung

Rückschau auf den Vortrag vom 13. Juli 2016

Womit wurde und wird in der Armee Essen zubereitet?

Je besser das Essen, umso zufriedener sind die Soldaten. Am Mittwoch ging es aber weniger um das Essen an sich, sondern vor allem um die Hilfsmittel, die die Schweizer Armee für dessen Zubereitung zur Verfügung stellte. Henri Habegger, Vizepräsident des Vereins Schweizer Armeemuseum VSAM, sowie Michiel Brunott, Mitarbeiter der Stiftung Historisches Material der Schweizer Armee (HAM), erklärten in Burgdorf die Entwicklung des Materials, die Reglemente und ermöglichten eine Besichtigung des noch vorhandenen umfangreichen Materials.

Das Thema beginnt für Habegger bereits 1529 mit der Kappeler Suppe, die damals feindliche Lager vereinte und noch heute als Synonym für eine friedliche Beilegung eines Streits verwendet wird. Das Referat führte dann von der persönlichen Ausrüstung – dem Sackmesser und der seit etwa 1875 in der bekannten Form eingeführten Gamelle – über die Kochkisten, die bekannten und bewährten Benzinvergaserbrenner, die mobilen Feldküchen bis zum aktuellen Sortiment des Küchensystems 2005 mit den autonomen Küchen in Abrollbehältern für Lastwagentransport.

Separat beleuchtet wurde kurz der Bäckerdienst, der mit der mobilen Bäckerei in den 1960-er Jahren ein sehr leistungsfähiges Gerät erhielt. Der Mitentwickler dieser Bäckerei und pensionierte Bäcker-Instruktor Walter Kuchen war im Publikum und bestätigte dies. Er bedauerte die Abschaffung des Bäckerdienstes mit der Armee 95 deutlich.

Das Fazit: Die Schweiz war das erste Land, das mit der Ordonnanz 1880 fahrbare Küchen einführte und etliche der Modelle 1909 sind als «Gulaschkanone» auch heute im zivilen Einsatz bei Festen und Veranstaltungen. Und: Auch wenn das Material für die Zubereitung modern und praktisch ist, die Fähigkeit der Köche spielt für die Befindlichkeit der Soldaten immer noch eine wichtige Rolle.

Henri Habegger (l) und Michiel Brunott

 

 

 

Fotos: © Markus Hubacher, Spiez